Jedes Jahr, am letzten Samstag des Monats Juni finden sich gegen die 100 Sektionsmitglieder ein, um an der Hötteträgete tatkräftig mitzuhelfen. Dies ist nicht nur ein Arbeitstag, nein die Hötteträgete ist längst zu einem geselligen Anlass der Sektion geworden.
Seit 1971 wird traditionellerweise an diesem Tag der Vorrat auf der
Zwinglipasshütte wieder aufgefüllt. Das Material, das mit der Transportbahn von
der Alp Tesel auf die Chreialp befördert wird, muss in unzähligen Fussmärschen
mit Hilfe von Rucksäcken oder Holzräffen zur Zwinglihütte befördert werden.
Viele Mitglieder finden sich bereits am Freitagabend auf der
Zwinglipss-Hütte ein und geniessen gemeinsam einen gemütlichen Hüttenabend. Wer
am Samstag vor 6 Uhr auf dem Parkplatz beim Chuchitobel erscheint, hat die
Gelegenheit mit dem Transportauto bis zur Teselalp mitfahren zu können. Alle
anderen bewältigen zuerst noch den Fussmarsch von Wildhaus zur Chreialp.
Fast pünktlich um halb 7 setzen sich auf der Chreialp die ersten Träger
in Bewegung, und schon bald reiht sich Träger an Träger. Der Hüttenweg gleicht
einer Ameisenstrasse. So wird jeweils bis am Mittag zwischen 3 und 5 Tonnen
Material, auf einem Höhenunterschied von rund 200 Meter zur Zwinglipass-Hütte
getragen. Nebst etwa 800 Liter Wein, 4 Ster Holz gilt es auch Teebeutel, Kaffe,
Suppen, Küchengerätschaften, Toilettenpapier, gelegentlich auch Baumaterialien
usw., vieles fein säuberlich in Säcke oder Schachteln verpackt, zur Hütte zu
tragen. Zwischendurch wird auf der Terrasse bei einer Tasse Tee der Znüni
eingenommen, bevor es beladen mit Leergut wieder hinunter zur Chreialp geht.
Gegen Mittag bringen die letzten Träger das letzte Material zur Hütte, und die
Küchenmannschaft wartet auch schon mit einer kräftigen Bündner Gerstensuppe auf
die hungrigen Träger. Beim anschliessenden Kaffee und der von vielen
Sektionsfrauen gebackene Kuchen bietet sich Gelegenheit Erinnerungen aus
früheren Hötteträgeten aufzufrischen. So wissen einige zu Berichten, dass an
diesem Tag auch schon viel Schnee lag, und sich das Tragen bis zum Abend in die
Länge zog. Zum Dank und als Erinnerung wird jedes Jahr jedem Teilnehmer/in ein
kleines Geschenk überreicht.
Der Nachmittag dient dazu Arbeiten in und um die Hütte auszuführen.
Einige benützen diesen auch für kleinere Touren, andere gehen wieder ins Tal,
viele bleiben auch noch bis zum Sonntag und pflegen die Kameradschaft bei einem
selbst hochgetragenen Glas Wein.
Nebst den heute so wichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen leistet
dieser Anlass auch einen bescheidenen Beitrag an unsere Umwelt. Wir können so
unsere Hütte, aussergewöhnliche Transporte ausgenommen, ohne Helikopterflüge
versorgen. Für den Sektionsvorstand ist klar: Solange sich so viele für diesen
Anlass motivieren lassen, wird die Hötteträgete beibehalten werden.
Die diesjährige Hötteträgete wird am 26. Juli durchgeführt. Für
Interessierte bietet sich also Gelegenheit diese zu besuchen und den Kontakt zu
den Mitglieder der SAC Sektion Toggenburg aufzunehmen.
Selbstverständlich können Fragen auch direkt an den Sektionspräsidenten,
Herr Hanspeter Kalt, Bergstrasse, 9606 Bütschwil, Tel 071 983 38 37 oder an
unseren Hüttenchef, Herr Eugen Kressibucher, Ebnaterstr. 173 in 9631 Ulisbach,
Tel. 071 988 28 02 gerichtet werden.
Angaben zur Hütte:
Privathütte der SAC Sektion Toggenburg
Plätze: 42 davon 14 im
Winterraum
Bewartung: Einfache Bewartung
Mai bis Oktober an Wochenenden
Sommer und
Herbstferien in der Regel durchgehend.
Karte: Blatt 1115 Säntis
Koordinate: 746.710 / 233.180
Auskunft: 071 988 28 02
Text und Fotos Werner Holderegger, Wil